Uni Bonn – Abkack!

Es war der 6. November 2008 an dem der Senat der Universität Bonn beschloss 500.000€ aus Studiengebührenbeiträgen für die Sanierung der hauseigenen Sanitäranlagen zur Verfügung zu stellen1. Eindeutig eine Verbesserung der Lehre meinte man damals im Senat und stieß auf »überraschenden« Widerstand aus der Studierendenschaft. Und da das Management Rektorat seine Studierendenschaft für gewöhnlich ernstnimmt2 hat man sich dort nun ein Herz gefasst und entschlossen:

Keine Studienbeiträge für WCs

Und was will man da anderes tun als “Kack yeah!” schreien, sich eine Zeitung schnappen und glückliche Stunden auf dem Uni-Klo verleben? Nicht viel will man meinen .. . Doch hat die Nichtinvestition von Uni-Seite natürlich einen kleinen Nachteil: Die Toiletten werden privatisiert.
Natürlich wird die Uni, ähnlich wie bei den Kopiergeräten3, einen für die Studenten möglichst günstigen Anbieter ausfindig machen, der dann eine Art Toiletten-Maut erheben wird. Aber kostenlos kann in unserer Zeit so eine kostspielige Anlage natürlich nicht sein. Immerhin befinden wir uns mitten im wirtschaftlichen und sozialen Niedergang.

Meine Empfehlung wäre ein bekanntes lokales Unternehmen mit magentafarbenem Logo für die Installation von Mautcomputern an den Toiletteneingängen zu gewinnen. Die betreffende Firma hat mit der Installation solcher Geräte bereits Erfahrung und wäre vermutlich im Stande sie bis zum Wintersemester 2016 rudimentär einsatzfähig zu machen. Durch zusätzliches Sponsoring könnte man die Gebühren für die Studenten vermutlich gering halten.

Alternativ wäre es denkbar im selben Atemzug die Caféterien des Studentenwerks an Tank & Rast zu übertragen und die Toiletten dem zugehörigen Tochterunternehmen Sanifair anzuvertrauen. Den Toilettennutzern könnten dann Wertgutscheine für Snacks und Getränke ausgestellt werden, wenn sie die Toilette nutzen.

Updates:

23.06 Uhr: Jetzt auch hier & hier.

14. Januar 15:55: Und auch hier.

  1. s. z.B. bAsta vom 11. November 2008 – Link []
  2. vgl. z.B.: 2006 / “Es war mal Winiger” []
  3. vgl. abermals 2006 []

Comments (24)

  1. Frederik wrote::

    hmhm. Viele der privaten Toilettenbetreiber gehören übrigens zu der etwas übleren Nummer Ausbeuter. Die bekommen dann die Kontrolle über die Toilette und vermieten die dann an die Putzfrauen oder Männer weiter, die dann von dem Trinkgeld leben dürfen. Hängt ein riesen Rattenschwanz dran. Bei Gelegenheit werd ich das mal in schriftlicher Form festhalten. Vorerst würde ich empfehlen auch mal mit den Putzleuten zu sprechen, die dir demnächst dein Wechselgeld abnehmen werden. uU kommt eine interessante Geschichte zu Tagen.

    Dienstag, Januar 13, 2009 at 22:10 #
  2. Das würde mich nicht wundern.
    Vielen Dank für den Tipp, werde schauen, ob sich da was recherchieren lässt.

    Dienstag, Januar 13, 2009 at 22:12 #
  3. André wrote::

    Horror!

    Dienstag, Januar 13, 2009 at 23:16 #
  4. Limbo wrote::

    Wir können die Putzleute dann einfach verprügeln und umsonst rein. Das ist mein Tipp. Oder den ganzen Drecksladen einfach abfackeln! Zeit für Terror, sach ich mal.

    Dienstag, Januar 13, 2009 at 23:21 #
  5. Das ist jetzt einigermaßen wenig produktiv.
    Vielleicht sollte man lieber Kuhmist von den Bauernhöfen rund um Bonn zusammentragen und demonstrativ auf den Hofgarten kippen. – Das ist jetzt natürlich nicht als Aufforderung zu verstehen.

    Dienstag, Januar 13, 2009 at 23:32 #
  6. Pirlipat wrote::

    Das ist schlichtweg un-glaub-lich. Ich hoffe einfach mal, dass ich aus der Uni raus bin, bis dieser Fall eingetreten ist. Ein Gutes hätte es: Sanifair-Toiletten sind wenigstens immer sauber. Bzw. sauberer.
    Mich würde interessieren, ob dann z.B. auch die Toilette im Germanistischen Seminar kostenpflichtig wird, die ja nicht wirklich öffentlich zugänglich ist und auch nicht beschwarzlichtet.

    Des weiteren… fallen mir keine Worte für diese… Ausgeburten kranker Köpfe ein… oh.man.

    Mittwoch, Januar 14, 2009 at 12:49 #
  7. Bambi wrote::

    Wenn man dann wenigstens wie bei Sanifair einen Bon bekommt, mit einem 50cent Gutschein, den man wieder in der Cafete gegen Kaffee tauschen kann… Ansonsten… Dazu fällt einem nichts mehr ein.

    Mittwoch, Januar 14, 2009 at 14:28 #
  8. André wrote::

    @David: Die Idee mit dem Hänger voll Kuhmist in den Hofgarten entleeren gefällt mir. Notfalls halt mehrere Schubkarren. Sag Bescheid, wenn sowas gemacht wird, ich glaube ich mache mit. Für Scheißaktionen bin ich immer zu haben *gg*

    Mittwoch, Januar 14, 2009 at 17:54 #
  9. Roman wrote::

    David: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,604153,00.html

    Limbo hatte doch diese tolle Idee mit den Stempelkarten: wer oft genug geht, kriegt einmal Bonuskacken.

    Donnerstag, Januar 29, 2009 at 17:19 #
  10. Christoph wrote::

    Diese Idee der Uni ist, wenn es sich denn nicht um einen Hoax handelt eine BODENLOSE UNVERSCHÄMTHEIT! Auch wenn ich sonst gar nichts vom Asta halte, da hat er sich absolut richtig verhalten. Seit wann sind denn Toiletten keine Grundversorgung – vielleicht darf man sich ja künftig auch in die Büsche im Hof schlagen und dort sein “Geschäft” verrichten, falls man gerade kein Kleingeld zur Hand hat.

    Donnerstag, Januar 29, 2009 at 18:27 #
  11. Thomas S. wrote::

    Guten Tag,
    ich habe gerade den Artikel auf Spiegel-Online gelesen. Ich selber bin Student der TU Hamburg-Harburg. Unabhängig davon, dass ich die Privatisierung von Toiletten völlig daneben finde, kann ich mir die Praxis schlecht vorstellen. Bei uns an der Uni sind die Institute z.T. in gleichen Gebäuden wie die Vorlesungsräume, die Mensa oder die Bibliothek. Wenn ich jetzt Mitarbeiter in der Uni bin, muss ich dann auch zahlen wenn ich auf Klo gehe? Oder gibt es da Klo-Ausweise? Oder wie verhinder ich, das die Studenten nicht die Toiletten der Mitarbeiter benutzen? Gibt es dann Türsteher an den Mitarbeiter-Klos?
    Ausserdem würde mich interessieren, ob die erhöhten Kosten für die äußerliche Gebäudepflege mit in die Kostenberechnung eingegangen ist…
    Ich drück Euch auf jeden Fall die Daumen, das die Uni doch noch zur Einsicht kommt.
    Viel Glück!

    Donnerstag, Januar 29, 2009 at 18:48 #
  12. Carsten wrote::

    Hallo Bonner Studenten

    Was bin ich froh, das ich mein Studium zu einer Zeit beenden durfte, als es das Wort Studiengebühren nur an Privatunis gab. Klar, unsere Klos waren auch nicht viel besser, wir durften sogar Vorlesungen in windigen Holzbaracken mit TRAGENDEN Fenstern genießen (ja, die Wände begannen zu ächzen wenn man ein Fenster öffnete), aber alleine die Idee, ala Autobahnrastplatz die Klos auf einem Uni-Campus zu privatisieren, ist die Frechheit vor dem Herrn. Euer Hochschulsenat gehört … (hier darf jeder nach belieben was einsetzen was für ihn selber passt).

    Beim lesen des Artikels auf Spiegel Online musste ich zwar erst schmunzeln, aber die Tragweite wurde mir umso schmerzlicher kurz hinterher bewusst.

    Ich hoffe aber, das es nicht so weit kommen wird, auch wenn der Auftrag ausgeschrieben ist. Ich gehe eigentlich davon aus, das sowas nicht haltbar und durchführbar ist. Aber das sollten sich mal die angehenden Juristen bei euch genauer anschauen.

    Ich erkläre auf jeden Fall meine Solidarität mit den Bonner Studenten und fordere: Frei scheissen für alle! ;)

    Donnerstag, Januar 29, 2009 at 19:28 #
  13. TeeGee wrote::

    Äh, bitte?

    Manchmal wünschte man sich man könnte solche hirnlosen Gesellen von jetzt auf gleich aus dem Senat werfen. Wie soll das umzusetzen sein? Wie oben erwähnt: was ist mit Hausmeistern, Angestellten, Gästen? Mal ganz abgesehen davon, dass es eine unglaubliche Frechheit ist das Geld so zu verwenden. Was kommt als nächstes: Gebühren wenn ich was in den Mülleimer werfe? Abnutzungsgebühren für Wege, Türklinken, Stühle etc.? Die ticken doch nicht richtig!

    Falls es bei Euch in Bonn so kommt: Nutzt zu Hunderten die Toiletten im Rektorat! Dort gibt es sicher KEINE Gebühren. Und falls doch sollen die Herrschaften wenigstens warten.

    Viel Glück Euch!

    Donnerstag, Januar 29, 2009 at 19:29 #
  14. Lena wrote::

    Ach, diese Idee wurde doch nur eingeworfen um eine bessere Verhandlungsposition zu erreichen.

    Zum Glück werden die Bonner Kreativen öffentlich lächerlich gemacht und ihr Traum vom “Gut, wir – der Asta – geben klein bei. Bevor die Klomaut kommt, dürft ihr unser Geld zur Toilettensanierung nutzen.” zerplatzt.

    Wie sind eigentlich die Namen der Verantwortlichen?

    Durchhalten, liebe engagierte Bonner Studierende!

    Donnerstag, Januar 29, 2009 at 20:36 #
  15. David W. wrote::

    Also bei uns an der TU München gab es schon mal einen Vorschlag der in eine ähnliche Richtung ging. Allerdings nicht um die Klos zu sanieren (die sind sauber und in mehr als ausreichender Stückzahl vorhanden) sondern um mehr Frauen an die Uni zu locken:
    http://www.infler.de/forum/viewtopic.php?p=48991#48991

    Donnerstag, Januar 29, 2009 at 21:35 #
  16. Patrick wrote::

    Es war ja nur eine frage der Zeit bis es dazu kommen musste…
    Vielleicht schafft es ja der neue “Service AStA” seinen Mund aufzumachen… obwohl man hört ja, die stehen auf Privatisierung.
    Ich hoffe mal Bonner sind irgendwo doch noch “ein kleines Stück” politisch und bekommen mal ihren Arsch hoch und machen was dagegen. Anders als bei den AStA-Wahlen.

    ;)

    Freitag, Januar 30, 2009 at 01:26 #
  17. Muzepuckel wrote::

    Aus Protest könnte man ja “shit ins” in den Vorlesungssäälen und vor allem in der Uni Verwaltung abhalten. ;-)

    Freitag, Januar 30, 2009 at 02:03 #
  18. Thomas wrote::

    Zu meiner Zeit (Jahrgang 61) wären wir auf die Straße gegangen. Leute lasst euch das nicht gefallen ! Es wird allerhöchste Zeit, dass die Obrigkeit mal mitbekommt, wo das Geld nur so zum Fenster rausgeschmissen wird. Wenn keiner was macht, wird auch nix passieren. Im Gegenteil : Irgendwann darf man fürs atmen noch bezahlen.
    Ne Großdemo für anständige Scheißhäuser muß her. Mindestens 1 Million Teilnehmer.
    Meine Meinung.

    Freitag, Januar 30, 2009 at 12:54 #
  19. Emil wrote::

    Also wenn die Uni Bonn dafür Geld verlangt sollte es mich nicht wundern wenn die Toiletten nicht mehr stinken.
    Aber was ist dann mit den Treppenhäusern? Irgendwo muss man ja hin…

    Freitag, Januar 30, 2009 at 15:57 #
  20. Martin wrote::

    [...Wie entsetzlich rückständig. Eine viel wegweisendere Idee ist doch das bereits bestens erprobte Mautsystem...]

    Freitag, Januar 30, 2009 at 16:15 #
  21. Martin wrote::

    [...] Wie entsetzlich rückständig. Eine viel wegweisendere Idee ist doch das bereits bestens erprobte Mautsystem [...]

    Freitag, Januar 30, 2009 at 16:18 #
  22. Harald wrote::

    Ich hab kein Problem damit in einen Hörsaal zu pinkeln…

    Freitag, Januar 30, 2009 at 22:58 #
  23. Daisy wrote::

    also ich glaube, ich brauche nichts mehr dazu sagen!
    Reg mich schon den ganzen Tag drüber auf und muss auch sagen, dass ich nicht weiß, wo das noch hinführen soll…
    Mir fällt da grad ein Fall von der Freiburger Uni ein. Da hatte ein Student ein Problem mit seiner Blase, und auch ein ärztliches Atest. Während der Klausur wurde ihm aber dann nicht gestattet, den Hörsaal zu verlassen und er pinkelte dann kurzerhand in eine Flasche (Mein Cousinchen war dabei…..) http://www.handelsblatt.com/journal/nachrichten/student-muss-waehrend-pruefung-in-flasche-urinieren;1231026
    was ist, wenn einem dann mal das nötige kleingeld fehlt?? Pech gehabt?? Ich mein teilweise ist mal doch dazu gezwungen (besonders als Frau ;) ), wohl oder übel die Uniklos zu nutzen….
    Letztendlich wird es dazu führen, dass alle zu Café Einstein gehen (da sind die Klos eh sauberer) oder eben den Hofgarten nutzen…
    Also Zustände sind das, UNGLAUBLICH!!!!!!

    Samstag, Januar 31, 2009 at 00:38 #
  24. Not Moby, not Tobi wrote::

    Vielleicht sollten alle Studenten, falls das tatsächlich kommt, ihr Geschäft abwechselnd vor den Fenstern zu den Dekanaten und am Stadthaus erledigen. Da ist auch die Gefahr geringer, das man in irgendwelche Spritzen tritt.

    Das müsste man besonders im Juridicum eigentlich schon jetzt tun. Auf diesen Toiletten dort holt man sich doch Hepatitis A bis Ü bei einer Sitzung – und wahrscheinlich auch AIDS. Ich frage mich wer diese Toiletten da reinigt… Eigentlich sind die ein Fall für die ABC Abwehr der Bundeswehr.

    Diese ganzen afrikanischen Flüchtlinge, die auf irgendwelchen Nussschalen über die Meere treiben, in der Hoffnung irgendwann in Europa lebend angespült zu werden, die würden wenn sie die toiletten im juridicum sehen, sich wieder ins Boot setzen und versuchen zurück nach Afrika zu treiben.

    Donnerstag, Februar 5, 2009 at 13:17 #

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  1. [...] übernommen von hier. Wortreich und treffend haben sich dazu auch schon David, Limbo und Marco geäußert. Mir fehlen tatsächlich im Moment die Worte – stummes [...]

  2. Pipigeld in Bonn? | Jurakopf - Tipps für Jurastudenten on Donnerstag, Januar 29, 2009 at 17:15

    [...] DavidP [...]

  3. Uni Bonn…Ist das ein Witz? | Daily-Drop.de on Donnerstag, Januar 29, 2009 at 19:11

    [...] vermieten und die Studenten müssen eine Toilettenmaut entrichten (Oder auch hier nachzulesen).Ist aber alles kein Problem, liebe Uni Bonn. Verrichte ich meine Geschäfte [...]

  4. [...] Zentrum der Innovation, wird jetzt die Umbenennung in “FäkalKompetenzCenter” erwogen. DavidP. schlägt schon mal vor, den Klomautauftrag an den kompetenten und sympathischen Konzern mit dem T [...]

  5. Uni Bonn privatisiert Toiletten on Freitag, Januar 30, 2009 at 11:21

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