Nicht jede (deutsche) Festnetznummer muss von einem Festnetzanschluss aus erreichbar sein, meint die, für die Regulierung unter anderem des Telekommunikationsmarktes verantwortliche, Bundesnetzagentur.
Im konkreten Fall geht es um die Sperrung der Festnetz-Einwahlnummern von Konferenz- und anderen Diensten durch O2 und E-Plus. Für Kunden der beiden Mobilfunkanbieter sind die Angebote danach nicht länger nutzbar.
Ob derartige Dienste, die häufig zu erhöhter Ausnutzung ohnehin vorhandener Flatrate-Tarife führen, tatsächlich, wie von den beiden E-Netz-Betreibern argumentiert, die Stabilität der Netze gefährden, kann man als Laie nur mutmaßen.
Auf jeden Fall aber demonstriert der Fall, welche Gefahren ein anbieterabhängiges, nicht neutrales Telekommunikationsnetz birgt und wie leicht es für die Netzkommunisten1 O2 und E-Plus ist, Anbieter zu diskriminieren, die in ihrem Revier wildern.
Durch einerseits die Verwendung wirklich dezentraler Kommunikationssysteme, wie etwa XMPP/Jabber mit libjingle oder auch SIP, können derartige Probleme in Zukunft vermieden werden. — Aufgeworfen wird damit aber selbstverständlich wieder die Frage nach der Neutralität des Datennetz’. Auch hier täte eine weitere Re-Dezentralisierung mittelfristig Not.
Comments (2)
Ich persönlich bin der Meinung, dass wir eine Verstaatlichung der Datennetze benötigen. Neutralität kann nicht im Konsens von Wirtschaftsinteressen entstehen. Weiterhin gehört ein funktionierendes und sicheres Datennetz zur Wehrhaftigkeit eines modernen Staates im 21. Jahrhundert.
Das mit der Wehrhaftigkeit lasse ich mal so im Raum stehen, davon abgesehen: Eine (gute) Alternative zur Verstaatlichung der Datennetze wäre meines Erachtens ein vollständig in Bürgerhand befindliches Netz. Sprich: Totale Dezentralisierung.
In gewisser Weise ist das in einer Demokratie natürlich das selbe, wie Verstaatlichung, nimmt aber damit auch dem Staat die Kontrolle über die Infrastruktur. Die Demokratie wäre damit weniger angreifbar.